„Die Attraktion der Show ist
die Show selbst“

Harald Stephan

„Wir wollen die Zuschauer bei der TurnGala in eine Welt voller Kraft, Leidenschaft und Emotionen entführen!“

Gelernter Maschinenschlosser, danach Student der Kunststoff-Technologie in Darmstadt, seit mehr als 15 Jahren selbständiger „Veranstaltungsprofi“ und jetzt zum vierten Mal Regisseur der TurnGala, die der Schwäbische (STB) und der Badische Turner-Bund (BTB) jährlich über den Jahreswechsel präsentieren: Der 45-jährige Heppenheimer Harald „Harry“ Stephan ist quasi ein „Multi-Talent“. Das Motto der TurnGala in diesem Jahr lautet „Leidenschaft PUR. Im Interview gibt der gebürtige Bensheimer Einblicke hinter die Kulissen der TurnGala.

Herr Stephan, was ist das Geheimnis des überwältigenden Erfolges der TurnGala?
Harald Stephan: Ich denke, es macht die gesunde Mischung aus Höchstleistung, Sport und Show aus. Die TurnGala ist auf der Höhe des aktuellen Trends bei Shows.

Haben Sie „turnerische Vorerfahrungen, oder wie kamen Sie zur TurnGala?
Harald Stephan: Der STB kam über die „Gymmotion“ des Deutschen Turnerbundes, für die ich seit vielen Jahren verantwortlich bin, und die Gymnaestrada-Gala in Baden-Baden in Kontakt zu mir. Ich selbst habe früher als Turner 20 Jahre in diesen Sport investiert.

Sie sind jetzt zum vierten Mal in Folge Regisseur und für das Programm zuständig. Was dürfen die Zuschauer von der TurnGala 2011/2012 unter dem Motto „Leidenschaft PUR“ erwarten?
Harald Stephan: Wir wollen die Zuschauer entführen in eine Welt voller Kraft, Leidenschaft und Emotionen. Es werden Crossover entstehen, bei denen Livemusik, Animationen, Sport und Artistik eine Einheit bilden. Zum ersten Mal wird eine Opera – eine Kinoleinwand von 20 mal acht Metern – als visuelles Highlight zum Einsatz kommen.

Welche Kriterien müssen erfüllt sein, damit Sie die TurnGala als gelungen einschätzen? Welche Vorstellungen, welche Wünsche haben Sie?
Harald Stephan: Für mich ist die Tournee dann gelungen, wenn alle meine Anforderungen erfüllt oder übertroffen wurden. Es zählt jedoch nur die Einschätzung des Publikums, für das „Leidenschaft PUR“ präsentiert wird. Persönlich wünsche ich mir keine Verletzten.

Könnten Sie bitte Programmpunkte und Künstler nennen, die in der TurnGala diesmal präsentiert werden? Was sind die Attraktionen? Sind Teile schon früher dabei gewesen?
Harald Stephan: Es gibt keine Programmteile in der Show, die wir schon einmal gehabt hätten. Alles ist neu. Zum Beispiel der Jongleur und Komiker Christoph Engels, die Equilibristik-Nummer von Sergey Timofeev, aber auch „Tarzan, Jane & Friends“ und „Magic of the Fields“, etwas vollkommen Neues mit drei ganz unterschiedlichen Stars. Rola Rola ist eine waghalsige Nummer auf einer unsteten Rolle, Höchstleistungen gibt es von den Artisten beim synchronen Turnen auf dem Tripple Beam zu sehen sowie in der Schau der Sportakrobaten. Eine tolle Symbiose von Rhönrad und Piano ist die Performance „Rhönrad meets Piano“. Zusammenfassend muss man sagen: Die Attraktion der Show ist die Show selbst.

Wann stand das Konzept für „Leidenschaft PUR“? Richtet sich die Auswahl der Künstler/Programmpunkte nach dem „Angebot“, wer zu dieser Zeit gebucht werden kann, oder suchen Sie die Mitwirkenden erst nach Erstellung Ihres Konzepts aus?
Harald Stephan: Das Programm wird, nachdem das Motto feststeht, choreographiert und gebucht. Erst nach der Idee und dem Konzept erfolgt die Zusammenstellung.

Ab wann stehen Ihnen die Künstler im Vorfeld der TurnGala zur Verfügung, findet eine Art Trainingslager für alle zusammen statt?
Harald Stephan: Es finden sehr viele Einzelproben an verschiedenen Orten statt. Alle Künstler und Sportler wissen, wie bei einem Puzzle, wo die Ein- und Ausgänge und ihre Positionen sind. Die Schnittstellen in der Show und auch in der gemeinsamen Probe sind so, dass alles perfekt ineinander passt.

16 Vorstellungen in 13 Städten und nur ein Tag Pause – ist dieses geballte Programm nicht zu viel für die Artisten, wie war es in der Vergangenheit mit Verletzungen?
Harald Stephan: Man kann sagen, dass wir austrainierte Sportler und Künstler haben. Falls tatsächlich Probleme auftauchen sollten, haben wir einen Physio-therapeuten dabei.

In drei Sätzen: Warum sollten die Menschen zur TurnGala 2011/2012 kommen?
Harald Stephan: Um etwas Einmaliges zu sehen. Um zwei Stunden zu träumen und sich wohl zu fühlen. Um zu erkennen: Alles ist möglich, wenn man nur will.